Frühlingsfahrt 2010

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Dem Frühling entgegen

Eine Frühlingsfahrt nach Norditalien

Nach einem saharafreien und viel zu langen Winter hat es uns im März 2010 fortgetrieben. Schnell war der Entschluss gefasst, über die Alpen nach Norditalien zu fahren. Außerdem spielten wir schon länger mit dem Gedanken, uns ein neues und leichteres Dachzelt zu leisten. Da kam uns der Zufall gelegen, dass ich einen Händler in Norditalien gefunden hatte, der unser Wunschdachzelt, das "Columbus Variant" zu einem super Preis angeboten hat.
Also wurde schnell der Wohnmobilausbau umgebaut, so dass das neue zweite Bett Platz fand, das schön länger auf seine Erprobung wartete und die wichtigsten Sachen eingepackt. Bei strahlendem Sonnenschein führte uns der Weg über Lindau in Richtung Süden. Doch der Sonnenschein hielt leider nicht lange an. Komisch nur, dass mein Wetterbericht bestes Wetter für Norditalien vorhergesagt hatte. Je näher wir Norditalien kamen, desto schlimmer wurde der Regen. In der Nacht fuhren wir noch über den San Bernardino und weiter bis kurz vor Caluzzo, da wir am nächsten Morgen dort unser neues Dachzelt in Empfang nehmen wollten. Der Nachtplatz fiel dann doch sehr bescheiden aus. Der Regen hatte mittlerweile alles aufgeweicht und unsere Wiese, auf der wir beschlossen zu nächtigen, soff langsam ab.
Der nächste Morgen begrüßte uns gleich mit noch mehr Regen, dazu auch noch mit einer dichten Nebelsuppe. Also frühstückten wir im Auto und hörten von zu Hause, wie toll dort die Sonne schien - wollten wir nicht dem Frühling entgegen fahren? Jetzt waren wir schon da und unser Termin stand auch fest, also mussten wir weiter. Auf Anhieb schafften wir es, die abgesoffene Wiese zu verlassen und fuhren unserem Dachzelt entgegen. Ganz pünktlich trafen wir bei Cos-Met ein.

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Michele (unser Händler, mit dem ich vorher schon telefonierte) begrüßte uns freundlich und brachte uns in den Keller zu einem "kleinen" Päckchen. Da stand es - fein säuberlich mit viel Styropor verpackt. Michele half uns, das gut Stück auszupacken und aufs Dach zu laden. Da machten sich die 20 kg weniger schon bemerkbar. Dann begannen allerdings die Probleme. Die Löcher im Dachgepäckträger für das alte Zelt passten nicht exakt für das neue Zelt. Doch Michele war sofort mit einem Akkubohrschrauber zur Hand und bohrte die Löcher so um, dass sie perfekt passten. Danach war das Dachzelt auch gleich festgeschraubt (Gott hatte ein Einsehen mit uns und stellte den Regen für diese Zeit ab.) Kaum war das gute Stück endlich fest auf dem Dach fixiert, legte sofort drauf auch der Regen wieder los, so dass wir uns schnell in das Restaurant retteten, das uns Michele zum Abschied noch empfahl.


Nach einem lecker Mittagessen hatte der Regen eine kurze Pause eingelegt und wir konnten auf einem ruhigen Parkplatz unsere Errungenschaft aufklappen und ansehen. Alles war so wie bestellt und funktionsfähig. Unsere Freude wurde nur all zu früh wieder von einem neuen Regenschauer gestoppt, so dass wir alle Hände voll zu tun hatten, das Zelt noch trocken zusammen gelegt zu bekommen.
Unser Weiterweg sollte in Richtung Osten führen, wo es nicht ganz so trostlos aussah. Deshalb starteten wir mit neuer Hoffnung in Richtung Brescia, denn am nächsten Tag wollten wir die Gegend um den Lago d´Idro erkunden.
Da es schon langsam Abend wurde und die letzte Nacht auch anstrengend war, fingen wir bald an, einen Platz für die Nacht zu suchen und wurden dann auch in einer kleinen Seitenschlucht fündig. Schön unter zwei großen Tannen fanden wir einen regengeschützten Platz.

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Der nächste Morgen begrüßte uns mit strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. Das weckte wieder unsere Kräfte, so dass wir beschlossen, nicht auf dem direkten Weg zu Lago d´Idro zu fahren, sondern eine auf der Landkarte eingezeichnete weiße Seitenstraße unter die Räder zu nehmen. Am nächsten Allimentari kauften wir noch schnelle Mortadella und Panini ein und waren auch schon unterwegs ins Gebirge. Anfangs waren es noch kleine Teersträßchen -wenn auch steil und eng aber gut befahrbar - was wir auch von einer weißen Straße erwarteten. Doch dann erreichten wir einen Pass, von dem nur drei Pisten weiterführten. Darauf waren wir nicht ganz vorbereitet. Also konsoltierten wir die Karte und das GPS. Beide bestätigten, dass wir auf dem richtigen Weg waren und zeigten auf das mittlere Sträßchen. Was uns nur verunsicherte, war, dass genau diese Piste die mit Abstand schlechteste war. Aber gut ...

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Alles Nachkontrollieren brachte nichts, das war unser weiterer Weg. Also rollten wir los - naja eigentlich rutschten wir los. Denn diese Piste war stellenweise total verschlammt und steil, so dass Bremsen keinen großen Sinn machte und wir halt mehr gerutscht sind. Nach einer halben Stunde abenteuerlicher Abfahrt erreichten wir das Tal an der Stelle, an der es auch die Karte zeigte. Unsere Freude, es geschafft zu haben, war allerdings etwas zu früh, denn die Auffahrt hoch ins Dorf zur Hauptstraße war stellenweise derart eng, dass die Spiegel Feindkontakt hatten.
Doch dann stand unserem nächsten Ziel, dem Fort Valedrane, nichts mehr im Weg. Wir parkten auf dem großen Parkplatz und liefen die verbleibenden 500 m hoch zum Fort. Diese alten Forts sind alle samt bedrückende Zeitzeugen des Alpenkriegs. Unter welchen Bedingungen hier gelebt und gekämpft wurde ist erschütternd. Wir stöberten durch die alten Gemäuer und Tunnel. Oben auf dem Dach, dort wo einst die Geschütze standen, genossen wir den schönen Blick auf den Lago d´Idro, unserem nächsten Ziel. Denn weit über diesem See steht ein weiteres Fort aus alten Zeiten, das wollten wir uns auch ansehen.

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Also gingen wir zurück und fuhren weiter hinunter zum See. Nach etwas Suchen fanden wir die Auffahrt zum nächsten Fort. Frohen Mutes kurften wir das enge Sträßchen mit seinen vielen steilen Serpentinen hoch. Unser Tatendrang wurde allerdings jäh von einer Schranke gestoppt. So wie wir das Schild übersetzten, war die Weiterfahrt wegen Wintersperre untersagt. Da es schon später Nachmittag war, drehten wir um und fuhren wieder ins Tal, wo wir in einem kleinen Seitental einen Nachtplatz suchten. Weit oben an einem schönen kleinen See fanden wir auch ein nettes Plätzchen für uns. Den Abend ließen wir mit etwas Spazierengehen und Paella-Kochen ausklingen.

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Nach einer ziemlich kalten Nacht ging der Morgen etwas schleppend voran. Aber als dann die Sonne mit ihren wärmenden Strahlen über den Berg schaute, lief wieder alles wie von selbst. Bei herrlich klarem Wetter fuhren wir wieder hinunter ins Tal zum Lago d´Idro, um auf der anderen Seite des Sees über eine kleine Bergstraße in Richtung Gardasee fahren zu können. Dieses Sträßchen führte uns direkt an den Fuß des Monte Stino, von dem man einen fantastischen Ausblick haben sollte. Also fuhren wir geradewegs hinauf. Zum Schluss noch einen kleinen Spaziergang und wir standen auf dem Gipfel. Auch dieser war wie zahlreiche anderen exponierten Gipfel im Alpenkrieg schwer umkämpft. Die Stollen waren zu einem kleinen Freilichtmuseum umgebaut worden, welches ein paar Exponate aus damaliger Zeit zeigte. Und der Ausblick war wirklich grandios. Durch das klare Wetter hatten wir freie Sicht. Unten lag der Lago d´Idro, in der Ferne sahen wir die schneebedeckten Gipfel. Einfach schön ...

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Nach einem ausgiebigem Mittagessen in der Sonne starteten wir gegen 15.00 Uhr in Richtung Heimat. Unser Plan war es, zunächst noch hinüber zum Gardasee zu fahren, um von dort möglichst schnell auf die Autobahn zu kommen. Also gedacht getan. An einem großen Staussee schauten wir uns noch eine beeindruckende Brücke an und erreichten dann ziemlich flott den Gardasee und auch Riva. Allerdings begann hier das Chaos.

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Riva war ein einziger Stau. Als wir nach einer dreiviertel Stunde endlich die andere Seite von Riva erreichten, war ein Ende des Staus immer noch nicht abzusehen. Also entschlossen wir uns, den anderen Weg Richtung Autobahn einzuschlagen. Allerdings standen wir auch hier zehn Minuten später wieder in einem nicht endenwollenden Stau. Also beschlossen wir, auf kleinste Straßen auszuweichen und fuhren über den Paso Velo direkt nach Rovereto, wo wir dann auch endlich auf die Autobahn kamen.

Ab hier lief dann alles flüssig, so dass wir morgens um eins bei uns zu Hause ankamen.