Griechenland Reise2004

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Erkundung der letzten Ecken Euböas

Dieses Jahr wollte meine Freundin mich auf meiner Sommerreise begleiten. Da sie noch nie auf diese "Art" unterwegs war, habe ich vorgeschlagen, 2 Wochen durch Griechenland zu schlendern. Speziell wollten wir uns die Südostküste der Insel Euböa ansehen.
Nachdem ich meinem Disco noch ein Dachzelt und einen zusätzlichen Schrank spendiert habe (siehe Umbau), konnte es losgehen.

Meine Freundin hat sich jetzt bereit erklärt unsere Reiseerlebnisse aus ihrer Sicht im nachfolgenden Reisebericht zu erzählen:

Seit ich Markus kenne, war mir bewusst, wie viel ihm das Reisen mit seinem Disco bedeutet. In der Zeit, in der wir jetzt zusammen sind, hatte ich bereits ein paar Mal tageweise die Gelegenheit, diese für mich ganz neue Art des Reisens auszuprobieren. Nachdem ich daran Gefallen gefunden hatte, beschlossen wir, uns Ende Juli für zwei Wochen auf den Weg nach Griechenland zu machen.

Mit dem Auto ging es bis nach Venedig und von dort aus fuhren wir dann mit der Ikarus Palace knappe 29 Stunden bis nach Patras. Die Fährfahrt selbst war sehr angenehm und die Zeit verging wie im Flug. Die erste Hürde war somit für mich auch schon genommen – wir waren in Griechenland! Kaum in Patras angekommen, zog mich Markus gleich hinter sich her, denn eins hatte jetzt absolute Priorität – Souvláki-Bude suchen und erst mal futtern! Gut gestärkt genossen wir anschließend noch ein wenig den Abend im Hafen von Patras, bevor wir bei Rion mit der Fähre übersetzten nach Antirio und dort unseren ersten Abend auf dem Campingplatz verbrachten.
Unser Sonntagsprogramm bestand aus gemütlich frühstücken, in aller Ruhe zusammenpacken und uns auf den Weg nach Delphi machen. Ein Glück für mich, dass das Wetter an diesem Tag sehr "besichtigungsfreundlich" war. Die Sonne verschwand immer wieder hinter großen Wolkenfeldern und so schafften wir es recht schnell bis ganz nach oben zum Stadion von Delphi.
Gerne hätten wir uns auch noch das angrenzende, neugebaute Museum von Delphi angesehen, doch bis dato hatten es noch geschlossen. Dafür lief uns auf dem Weg dort hin eine wahnsinnig süße Mini-Mini-Katze über den Weg (Tierbilder werdet Ihr noch öfter zu sehen bekommen – ich musste einfach alle fotographieren, zum Leidwesen meines Schatzes!).

Auf dem Weg zu unserem Nachtplatz bemerkte Markus dann, dass die Tankanzeige fast auf Null stand, obwohl der Tank noch fast halb voll hätte sein müssen. Der erste Gedanke war Spritklau in Delphi, doch die Anzeige hatte wohl einfach nur einen Hänger. Ich hatte auf jeden Fall erst mal Schiss, dass wir mitten im Niemandsland stehen bleiben, was Markus ziemlich amüsant fand. Auf jeden Fall kamen wir - samt Auto - gut an unserem Nachtplatz an und zum Abschluss dieses Tages trappelte ich Markus noch brav hinterher zur koryphtischen Grotte. Nur ein kleines Loch im Fels und dahinter öffnet sich eine wahsinnig große Höhle – fand ich klasse!

Nach einer ruhigen Nacht, ging es am nächsten Tag nach dem Ansichtskartenschreiben und noch einem kurzem Einkauf in Delphi viele Hundert Kilometer weiter bis in den Norden von Euböa. Markus hatte dort bereits letztes Jahr eine wunderschöne Bucht entdeckt, die er mir unbedingt zeigen wollte.

Er hatte nicht übertrieben, es war ein herrlicher Platz, auch wenn im Vergleich zum letzten Jahr wohl ziemlich viel los war. Was aber auch mit daran lag, dass die Piste ausgebessert und teilweise auch asphaltiert wurde, so dass man auch mit ganz normalen PKWs bis nach unten fahren konnte. Wir wollten den Disco mitten auf den Strand stellen, aber nachdem die Steine in der gesamten Bucht ziemlich groß waren, steckte er bereits nach einigen Metern immer wieder fest. Also wurden die Sandbleche abgeschnallt und mit ziemlichem Krawall kämpfte er sich schließlich an die richtige Stelle. Die Aufmerksamkeit aller bereits bei unserer Ankunft war uns somit sicher.

Ganze vier Tage sollten wir an dieser tollen Bucht verweilen und so langsam begriff auch ich, wie erholsam ein Urlaub fernab der Touristenpfade und Hotelanlagen sein kann. Wir verbrachten die Zeit mit lange schlafen, baden gehen, Angelversuche (leider haben wir nichts gefangen – ob es vielleicht an der Technik des Anglers lag???), Krakenbeobachtung und viel, viel Ruhe! Jeden Tag um ca. 14 Uhr kamen drei ältere Damen und ein älterer Herr an den Strand, grüßten uns ganz freundlich und verzogen sich unter einen Felsvorsprung in den Schatten. Sie spielten Karten, gingen hin und wieder ins Wasser und ca. drei Stunden später fuhren sie wieder nach Hause. Das war richtig schön zu beobachten! Leider wurde der Strand von Tag zu Tag voller je näher das Wochenende kam, immer mehr bauten ihre Zelte auf und so beschlossen wir dann, unsere Sachen zu packen und weiter in den Süden zu fahren. Als wir gerade los wollten, kamen ein paar Griechen zu uns und baten uns wild gestikulierend um Hilfe. Sie waren mit Boot und ihrem Dodge bis hinunter an den Strand gefahren und wir hatten schon beobachtet, dass sie das Auto, beim Versuch wieder hinauszufahren, ziemlich versenkt hatten. Mit einem Grinsen auf dem Gesicht zog Markus sie wieder heraus. Landy ist halt doch am besten!!! Und los ging es!

Der nächste Nachtplatz war bald gefunden. Ich kann hier nur betonen, dass ich nicht wette, denn ich verliere grundsätzlich. Doch in diesem Fall hätte ich es getan. Ich war mir so sicher, dass wir diese Piste zum Nachtplatz nicht hinunterkommen. Viel zu gefährlich! Eigentlich klar, dass ich mich eines besseren belehren lassen mußte. Ist nur ziemlich deprimierend, wenn man dann unten ankommt und normale PKWs da rum stehen. Muss wohl noch einiges lernen, was die Geländegängigkeit der Autos angeht. Zudem war ich mir recht schnell meiner Hauptaufgabe während des Urlaubs klar geworden. Die Pisten, auf denen wir fuhren, wirbelten ziemlich viel Staub auf und so war es nicht verwunderlich, dass es für mich bei jedem Stopp erst mal hieß, die dicken Staubwolken zu entfernen und das Auto abzukehren.
Tags drauf hatten wir uns schon ein gutes Stück weiter in den Süden vorgearbeitet. Wir fanden zwei schöne Buchten. Eine war bereits mit einem Wohnmobil besetzt, da wollten wir nicht stören. Die andere, direkt unterhalb einer schönen kleinen Kirche, hatten wir ganz für uns alleine. Bis auf ein paar Badegäste unter Tags und ein paar Tauchern in den frühen Morgenstunden herrschte dort absolute Ruhe.
Nach zwei Tagen zog es uns aber bereits wieder weiter. Wir wollten ganz nach unten in den Süden. In Marmari erkundigten wir uns bereits nach einer Fährüberfahrt nach Rafina. Nach einem lecker Mittagessen ging die Fahrt weiter.
Markus hatte auf der Strecke nach Karistos Höhlen- bzw. Quellenzeichen gefunden und wir begaben uns auf die Suche. Wir hielten u. a. auch an der Agia Triada und kletterten in brütender Hitze in der Gegend herum. War ziemlich anstrengend!
Mit der Zeit wurden die Ortschaften dann rarer, die Landschaft immer karger und im Süden hatte ein Waldbrand eine große Fläche total verwüstet – es sah dort aus wie im Krieg. Die Suche nach einem passenden Plätzchen gestaltete sich somit recht schwierig. Bei B. Potami fanden wir schließlich etwas. Nachdem der Sand an diesem Strand ziemlich fein war, mussten wir Luft ablassen, um den Disco bis vor ans Meer fahren zu können.
Am nächsten Morgen brachen wir wieder auf. Wir fuhren die landschaftlich malerische Strecke von Komito bis nach Kalianos und dann ging es ins Landesinnere und auf den Berg Ochi hinauf. Ich amüsierte mich köstlich - so ein hässliches Ding – ein Berg mit lauter Warzen. Die Idee, dort zu übernachten, gefiel mir dann irgendwie gar nicht, ganz davon abgesehen, dass es dort oben ziemlich windete und dadurch auch sehr kalt war. Auf dem Weg zum Berg waren wir allerdings durch eine kleine Ortschaft gefahren. An deren Ende stand eine kleine Kapelle, dort zog es uns dann schließlich hin die Nacht. Dieser Platz war jedoch etwas seltsam. Wir standen unter einem Eichelbaum und bekamen von oben von so frechen Eichhörnchen die ganze Zeit angebissene Eicheln auf den Kopf geworfen. Zudem machten sie ein riesiges Gezeter. Ganz davon abgesehen, dass ein tollwütiger Hund (Anm. der Redaktion: der Hund war ein absolut lieber Schäferhund – also keine Anzeichen von Tollwut) ein paar Mal an uns vorbeilief und mich fast aufgefressen hätte, eine Schildkröte ziemlich gefährlich raschelte, eine Schafherde die ganze Nacht mit ihrem Glocken bimmelte, in der Nacht ein Vogel von einem Fuchs oder ähnlichem mit riesem Geschrei gerissen wurde und wir zum Frühstück eine Ziegenherde bekamen ...
An diesem Tag mussten wir uns leider auch schon langsam auf den Rückweg machen. Wir fuhren von Marmari mit der Fähre nach Rafina und dann ging es langsam auf der Autobahn von Athen nach Patras. Wir setzen noch einmal aufs Festland über, verbrachten die letzte Nacht auf unserem Campingplatz bei Nafpaktos und setzten dann wieder über nach Rion. Die Fähre legte pünktlich ab und an Deck sahen wir dann via TV die Eröffnung der Brücke über den Golf von Korinth. Die ganze Zeit hatten wir gerätselt, wann die Eröffnung denn stattfinden würde, denn natürlich muss auch ein Disco dort mit als erstes drüber fahren, doch leider waren wir ein paar Stündchen zu früh dran gewesen. Wirklich schade!
Die Rückfahrt auf der Fähre verlief schließlich wieder sehr ruhig und so klang der Urlaub ganz entspannt aus. Auch wenn Markus oft ziemlich viel Geduld mit mir aufbringen musste, war es für uns beide ein wunderschöner Urlaub! Ich hab diese Unbekümmertheit und Freiheit und auch das Leben im und mit dem Auto sehr genossen. Nächstes Ziel: zwei Wochen Tunesien über Weihnachten. Eine neue Herausforderung für mich, auf die ich mich schon sehr freue!