Indien Reise 2009
Aktualisiert (Mittwoch, den 21. Juli 2010 um 11:01 Uhr) Geschrieben von: Markus Dienstag, den 20. April 2010 um 11:33 Uhr
Bildergalerie von meiner Reise nach
Indien im Sommer 2009
Während meinen Vorbereitungen für meine jährliche Tour ins Tote Gebirge, eröffnete mir mein Chef, dass es Probleme gäbe mit einem unserer Geräte und es schnellstens repariert werden müsse. Dieses war zu diesem Zeitpunkt in Bangalore, Indien. Also wurde aus meiner Gebirgstour ein Trip nach Indien. Innerhalb einer Woche musste ich startklar sein. Da mir in Indien nur 4-5 Tage zur freien Verfügung blieben, suchte ich nach einem Ziel, das nicht zu weit von Bangalore entfernt lag und relativ leicht zu erreichen war.
Schnell stieß ich auf die Tempelanlage von Hampi in der Nähe von Hospet. Sie war nicht allzu weit von Bangalore entfernt und schien auch einiges zu bieten.
Mit der Hilfe unseres Geschäftspartners mietete ich mir ein Auto (ein kleiner Tata in der Größe eines Corsas) samt Fahrer und startete in ein kleines Abenteuer. Denn Autofahren in Indien ist wirklich etwas speziell.
In der Früh um 10.00 holte mich mein Fahrer ab und wir starteten zu einer Fahrt, auf die ich so noch nicht richtig gefasst war. Ich habe zwar überall gelesen, dass es schwierig ist in Indien Auto zu fahren, aber ich dachte mir, dass ich auch nicht ganz ohne Erfahrung bin. Doch die Art und Weise wie hier gefahren wird, ist uns Europäern absolut fremd. Der Fahrstil sieht absolut rücksichtslos aus, aber mit der Zeit ist eine Systematik zu erkennen. Jeder fährt, wo Platz ist oder wo er meint, dass noch Platz sein könnte und gibt seine Anwesenheit mit kräftigem Hupen bekannt. Das bedeutet aber auch, dass einem auf der Autobahn einer rückwärts entgegen kommt oder - viel schlimmer - dass einem ein Einbeiniger auf Krücken entgegen humpelt. Mit der Zeit habe ich mich an den Fahrstil meines Fahrers und aller anderen Inder gewöhnt und konnte die Fahrt genießen. Zu Mittag kehrten wir dann in eine „Autobahnraststätte“ ein, was allerdings nichts mit dem uns bekannten Begriff zu tun hatte. Überall findet man neben der Autobahn kleine Imbisse, die die unterschiedlichsten Sachen anbieten. Wir flogen gerade wieder an solch einer Bude vorbei, als mein Fahrer meinte, er müsse voll in die Eisen steigen und rückwärts zu dieser zurück fahren - natürlich auf der Autobahn. (Ich habe irgendwann angefangen ihm für diese ganzen Vergehen, die ihm nicht mal bewusst waren, die deutschen Busgelder umzurechnen. Das hat ihn dann doch ganz schön beeindruckt). So heruntergekommen der Imbiss auch aussah, das Essen war fantastisch. Es war zwar etwas gewöhnungsbedürftig alles mit der rechten Hand von einem Bananenblatt herunter zu essen, aber geschmeckt hat es abartig gut, wenn auch recht scharf. Was bei unseren „deutschen“ Indern als super scharf mit 5 Paprikaschoten angeboten wird, ist in Indien normal.
Nach dem Mittagessen kamen wir dann zügig voran und erreichten schnell Hospet. Als wir Hospet in Richtung Hampi verließen, sah ich dann den ersten Tempel – ich war ganz aus dem Häuschen, ohne da schon zu wissen, dass es so weiter geht. Über einen kleinen Pass erreichten wir dann endlich Hampi. Hier war die Hölle los. Alles war total auf Tourismus ausgelegt. Uns umkreisten 10-12 Jugendliche, die alle ihre Dienste anboten. Irgendwie schaffte ich es, sie abzuschütteln und ich konnte losziehen, um mir mein kleines Zimmer zu suchen, was ich auch in der Nähe des großen Tempels fand. Das Zimmer war eigentlich ein kleines Haus mit Wohnraum und Bad mit eigener Tür und konnte über ein schönes großes Vorhängeschloss verschlossen werden. Nachdem ich dann auch noch mein Gepäck in mein neues Heim gebracht hatte, und mich bei der Polizei gemeldet hatte, wurde es dunkel, und ich schlenderte runter zum Fluss. Beeindruckend war die Mischung aus religiösem Zentrum und Touristenattraktion. Überall waren in den gassen kleine Restaurant, Andenkenläden und Krämerläden zu finden. So dauerte es eine ganze Zeit bis ich unten am Fluss ankam. Die Sonne war schon lange untergeganen, und war ruhig. Ich genoss eine zeitlang die Ruhe und dachte an die vielen verschiedenen Eindrücke des doch sehr hektischen Tages. Den Abend verbrachte ich in einem kleinen Straßenrestaurant direkt um die Ecke meines kleinen Heimes.
Den nächsten Morgen begann ich da wo ich den Abend beendet habe - in dem kleinen Restaurant um die Ecke mit leckern Pencakes und Lemonjuce. So gestärkt startete ich zur Besichtigung des großen Hauptempels der keine 100m entfernt war. Der innere Bereich kostete Eintritt, und man musste die Schuhe am Eingang abgeben. So ging es barfuß über den mittlerweile doch recht gut aufgeheitzten Granitboden weiter. Im Inneren tummelten sich die Affen und tobten zwischen den Touristen umher.
