Tunesien Ostern 2004
Aktualisiert (Donnerstag, den 19. November 2009 um 22:37 Uhr) Geschrieben von: Administrator Mittwoch, den 08. Juli 2009 um 11:34 Uhr
Sandspiele an Ostern |
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Ein paar Wochen vor Ostern war es wieder so weit. Zu Weihnachten bin ich nicht weggekommen und verschiedene Afrikabücher haben ihr übriges getan. => mein Fernweh war unerträglich. Kurzerhand hab ich zum Handy gegriffen und mir einen der letzten Plätze auf der Fähre nach Tunis reserviert. Die verbleibenden zwei Wochen haben dann auch noch ausgereicht, um sämtliche Vorbereitungen hinzubekommen. Auf dem Programm standen: die antike Stadt Dougga (im Winter war es mir immer zu kalt, um mich länger im Norden aufzuhalten), der Table de Jugurtha, die Berge östlich von Gafsa und natürlich die Sahara-Region von Tunesien. |
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Über Dougga zum
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Die Überfahrt nach Tunesien am 03.04.2004 war wie gewohnt ruhig und der schwarze Kontinent hat mich wie immer mit strahlendem Sonnenschein empfangen. Schnell war der Zoll abgewickelt und Tunis nach Westen durchquert. Die längere Tageszeit an Ostern war angenehm, da ich am Abend bei Tageslicht noch fast bis nach Dougga gekommen bin und einen schönen Platz direkt am Stausee Sidi Bou Salem gefunden habe. |
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Der nächste Tag war ganz im Zeichen der Kultur. In dem riesigen Ruinenfeld der byzantinischen Stadt Dougga gibt es so viel zu sehen, dass 4 - 5 Stunden gleich vorüber sind, zumal ich dort ein nettes Ehepaar kennen gelernt habe, das mit einem lieben Hund in einer Mercedes M-Klasse unterwegs war. Gemeinsam stöberten wir durch die Ruinen und bewunderten die vielen schönen Mosaike, den riesigen Tempel mit seinem Vorplatz und die gewaltige Zisternenanlage. Die Theateranlage zeigte die gleichen akustischen Eigenschaften wie die bekannten in Griechenland. Selbst auf den obersten Rängen konnte man die Gespräche unten im Theater mitverfolgen. |
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Beim gemeinsamen Mittagessen (spät am Nachmittag) in einem schönen Olivenhain, stellten wir fest, dass zwar unsere Art unterwegs zu sein unterschiedlich ist, doch das Ziel ist absolut gleich: Land und Leute kennen zu lernen. Nach einer herzlichen Verabschiedung und einer Verabredung in Douz bzw. Ksar Ghilane eine Woche später, führte mich mein Weg noch bis südlich von El Keff in einen schönen Pinienwald. |
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Table de Jugurtha nach Douze |
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Nach einem ausgiebigen Frühstück trieb es mich weiter nach Süden zum Table de Jugurtha. Lange wollte ich schon den einsam stehenden Tafelberg besuchen. Als die Piste dann zu übel wurde, habe ich mich zu Fuß an die Besteigung des Berges gemacht. Der Aufstieg ist wie in einem Indiana Jones-Film. Am Fuß der riesigen Wand läuft man entlang, bis man den Treppenaufgang findet, der durch einen alten Turm nach oben führt. |
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Der Ausblick von oben hat mich beeindruckt. Dadurch, dass der Berg so einsam in der Ebene steht, ist der Rundumblick fantastisch. Selbst weit nach Algerien konnte ich von dort oben sehen. Wie musste es wohl für die damaligen Burgbewohner gewesen sein, dort oben zu leben? |
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Mein nächstes Ziel war eine Schlucht in den Bergen bei Gafsa. Das Besondere an dieser Schlucht war, dass die Piste genau dort durchführt und das Auto gerade so zwischen die Felsen passt. Allerdings war nach wenigen 100 m das Erlebnis vorbei. Doch mein Weiterweg hatte noch weitere Höhepunkte zu bieten. Zuerst musste ich den Gebirgszug nördlich dem Chott Fejaj auf einem wildromantischen Pass überwinden. Eine schmale, dick mit Mergelstaub bedeckte Piste, führte steil und mit vielen Windungen durch den Gebirgsstock. Kaum hatte ich den Gebirgszug überquert, kam das nächste Extrem: Eine topfebene Landschaft, die mich hin zum Chott führte. Über bolzengerade Pisten gelangte ich dann an die Salzfläche des Chotts. |
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Etwas mulmig war mir schon zu Mute, als ich die einzelne Spur auf der Salzfläche sah. Diese Spur sollte mich auf den nächsten 40 km über das Schott Fejaj bringen. Zuerst bin ich einmal zu Fuß auf die Salzkruste gegangen. |
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Besonders „beruhigend“ habe ich die Tatsache empfunden, dass die Salzmasse direkt neben der Spur total sulzig war. Sprich auf keinen Fall die Spur verlassen und möglichst nicht anhalten!!! Ich hatte gerade einen Kilometer zurückgelegt, als ich auf der Salzfläche einen schwarzen beweglichen Punkt entdeckte. Der Punkt entpuppte sich als zwei Tunesier, die mit einem Mofa das Chott überqueren wollten. Es stellte sich heraus, dass die Beiden von der Agrarstation am nördlichen Rand des Chott kamen und einer von ihnen nach Kebili musste. Ich erklärte mich bereit ihn mit nach Kebili zu nehmen. Das Mofa wurde von der Spur geschafft und der Ritt über die Salzfläche konnte weitergehen. |
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An ein paar Stellen war die Spur stark ausgefahren, aber ansonsten stellte sich die Querung nicht so gefährlich dar, wie es Karl May in seinem Buch „Durch die Wüste“ darstellt. Als ich die Chottfläche dann endlich überquert hatte, waren die restlichen Kilometer bis Douz schnell gefahren und ich konnte den Abend dann in Douz mit zwei Motorradfahrern, die ich auf dem Campingplatz kennen gelernt habe, in einem gemütlichen Restaurant bei einem guten Couscous verbringen. |
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Schaufeln und Sandrosen |
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Losgekommen sind wir erst kurz vor Mittag, aber es sollte kein Problem sein, da das Ziel keine 100 km entfernt war. Schnell sind wir über die Teerstrasse zum Einstieg der Piste gekommen oder zumindest da, wo der Einstieg sein sollte. Aber alle Pisten haben uns in die falsche Richtung geführt. |
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Nach anstrengenden zwei Stunden Schaufelei standen wir endlich auf der Piste. Von nun an war alles leichter. Über schöne große Sebkas fuhren wir schnell nach Süden. Bis zu einem Brunnen mit wunderschönen kühlen Wasser, den wir gleich nutzten, um uns zu waschen. Die Plagerei hatte angesichts der Temperaturen von über 30 Grad ihre Spuren hinterlassen und so war die Planscherei sehr erfrischend. Danach schafften wir auch noch die restlichen Kilometer. Aber die 2 Stunden vom Einstieg waren verloren, so hatten wir nicht mehr viel Zeit, um nach Sandrosen zu suchen, da wir am Abend wieder am Campingplatz sein wollten. |
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Douze - Ksar Ghilane - Douze |
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Nach einem Bild am „Tor zur Sahara“, dem Eingangstor zur großen Wüstenarena in Douz, fuhren wir los in Richtung Süden. Wir waren noch nicht ganz an dem „Sahara-Cafe“ vorbei, als ich von einem lauten dumpfen Dröhnen aus der monotonen Rüttelei geweckt wurde und gleich drauf von einem Geländewagen überholt wurde. Kurz darauf flog auch der Nächste vorbei. Irgendwie haben wir es geschafft, mitten in die Rallye „Optic 2000“ zu kommen. Das erleichterte nicht unbedingt das Fahren, da manche Teilnehmer ziemlich rücksichtslos an uns vorbei geflogen sind, was speziell in den kleinen Dünengebieten Probleme verursachte, da ich dort den schnellen Rallyefahrzeugen nicht immer sofort die Bahn frei machen konnte. |
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Bis abends schafften wir es aber dann doch noch in Ksar Ghilane einzutreffen, um den Abend im Pool zu verbringen. Auch den nächsten Tag verbrachte ich mit „Poolen“ und lesen. |
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Langsam musste ich auch ans Umkehren denken, so verabschiedete ich mich am nächsten Morgen von meinen beiden Begleitern und fuhr wieder in Richtung Norden. Natürlich habe ich mich wieder für die Südumfahrung der Direktstrecke entschieden. An dem kleinen Dünenstück traf ich ein Gruppe französischer Motorradreisender, die mit total überladenen Maschinen versucht haben, das Dünenstück zu bezwingen. Da sind dann gleich noch einmal meine Sandbleche und der Bergegurt zum Einsatz gekommen. Von den Anstrengungen erholten wir uns in dem kleinen Cafe direkt nach dem Dünenstück. Am späten Nachmittag erreichten wir dann Douz und wie verabredet stand dort die M-Klasse von Dougga. Freudig begrüßten wir uns und verbrachten den Rest des Tages mit Erzählen und einem guten Fläschchen Wein. |
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Heimfahrt |
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Nach einer Nacht mit einem heftigen Regenschauer, war für mich der Zeitpunkt der Heimreise gekommen. Das ganze Land war auf Grund des Schauers total verschlammt. Eine Baustelle wurde zum Geländeparcours, der über 20km lang war. Zum Schluss habe ich mir dann noch ein Schmankerl gegönnt. Der Col de Haddege lag am Wegesrand. Ein weiterer wunderschöner Pass, der mich über das Gebirge nördlich der Chotts bringen sollte. Kurz vor der Passhöhe besuchte ich die warme Quelle, die dort munter aus dem Felsen sprudelt. Nach runden 30km Piste war dann endgültig eine Autowäsche in einer der zahlreichen Tankstellen mit Waschanlage fällig. Der Schlamm spritzte selbst bis auf das Dach hoch. Bis weit in die Nacht hinein musste ich noch fahren, um bis Hammamet zu kommen, damit ich am nächsten Tag ohne viel Stress auf die Fähre kommen konnte. |
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