Tunesien Reise 99/00
Aktualisiert (Donnerstag, den 19. November 2009 um 22:18 Uhr) Geschrieben von: Administrator Mittwoch, den 01. Oktober 2008 um 11:24 Uhr
Unterwegs auf Tunesiens Saharapisten |
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Am Freitag, den 17.12.1999, sollte mein Traum, den größten Sandkasten der Welt zu sehen, in Erfüllung gehen. Gleich nach der Arbeit ging es los: über Lindau nach Milano, weiter nach Genova. Kurz vor Genova noch schnell einen Nachtplatz gesucht, damit ich am nächsten Morgen schnell am Hafen bin. |
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Am nächsten Morgen heißt es dann erst einmal nach einer "Stadtrundfahrt durch Genova", sich in die lange Schlange der Gleichgesinnten einzureihen. Nach einer 4-5 stündigen Wartezeit und Zollabfertigung darf ich dann endlich auf die Carthage, der Nachfolgefähre der Habib, die ich nur aus Erzählungen kenne. |
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Kaum ist man auf der Fähre, geht es gleich weiter mit den Formalitäten. Hier muß man nämlich erst einmal einen Satz Karten ausfüllen, mit Daten zur eigenen Person und zum Fahrzeug. Danach braucht man noch ein halbes Dutzend Stempel und Unterschriften. Wenn das alles erledigt ist, hat man Ruhe bis zum Hafen. |
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Im Hafen steht man dann gleich wieder in der Schlange, doch das ist dann endlich nach zwei Stunden erledigt. Und ich kann endlich afrikanischen Boden betreten. |
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Korbus und Cap Bon |
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Am gleichen Tag fahre ich dann noch ein Stück Richtung Cap Bon und übernachte in der Nähe von Korbus. |
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Korbus ist für seine Thermalquellen bekannt und ist eines der bekanntesten Heilbäder Tunesiens. Gleich beim Ortseingang sprudelt neben der Straße bei einem markanten Straßencafe diese schöne Quelle aus dem Fels und fließt wenige Meter weiter ins Meer (aber Vorsicht: Stellt man sein Fahrzeug auf dem dazugehörigen Parkplatz ab, wird man gleich um Parkgebühren angebettelt). |
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Nach Korbus fahre ich weiter raus aufs Cap Bon. Nach einer kleinen Rundfahrt ums Cap, wobei man auf die äußerste Spitze nicht fahren kann, finde ich in einem Steinbruch einen Nachtplatz, der mir vor dem starken Sturm Schutz bietet. |
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Zaghouan Nymphäum |
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Am nächsten Morgen hat sich das Wetter dann etwas beruhigt und ich fahre weiter über Hammamet nach Zaghouan. In Zaghouan steht das Nymphäum. Das Nymphäum ist eine Quelle, die in der Antike gefasst wurde und über ein Kilometer langes Äquadukt nach Cartago geleitet wurde. Die Quelle ist zwar heute versiegt, doch das Gebiet ist immer noch reich an Wassser. Wenige Meter außerhalb finde ich einen Nachtplatz. |
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Altes Berberdorf Zirba |
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Nach einem gemütlichen Frühstück geht es ein paar Kilometer weiter nach Zirba, um genau zu sein: ins alte Zirba. Denn vor ein paar Jahren verliessen die Bewohner das alte Berberdorf und zogen in das wenige Kilometer entfernte neu Dorf. |
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Über ein paar Kilometer schönster Schotterpisten erreiche ich mitten im Gebirge das alte Berberdorf. Heute leben in dem Dorf nur noch 1-2 Familien. Ansonsten ist alles verlassen. Die Lage des Dorfes zwischen zwei Berggipfeln gibt dem ganzen noch einen besonderen Reiz. |
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Von El Fahs nach Süden |
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Weiter gehts am Djebel Zaghouan vorbei über die Berge Richtung El Fahs. Kurz vor El Fahs biege ich dann wieder auf eine Piste ab, die nach Süden in Richtung Kairuan führt. |
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Über schier endlose Pisten erreiche ich ein großes Flussbett, in dem ich auch meinen Nachtplatz suche. Als ich mich im nassen Sand dann festgefahren habe, habe ich Gelegenheit, meine Bergeausrüstung gleich einmal auf Herz und Nieren zu testen. |
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Am nächsten Tag erreiche ich gegen Mittag El Djem. El Djem ist durch sein Kollosseum bekannt geworden, was angeblich das dritt Größte des römischen Reiches ist. Wenn man durch die alten Gemäuer wandert, bekommt man einen kleinen Einblick, wie es damals zugegangen sein muß. Selbst die Katakomben unter der Arena kann man besichtigen. |
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Danach fahre ich weiter über Regueb zum Col Haddège. Kurz vor dem Pass finde ich einen Nachtplatz, leicht erhöht, über der Ebene. |
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Col du Haddége |
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Der Col de Haddège ist ein Pass kurz vor den Chott-Ebenen, über den ein wunderschönes Schottersträßchen führt. |
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Wenn man den Pass und einen weiteren kleinen Gebirgszug hinter sich hat, liegt das Chott el Fejaj vor einem. |
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Chott el Fejaj |
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Im Chott el Fejaj sehe ich dann meine ersten Kamele, denen ich dann wohl ein Viertelstunde nachrenne, um ein vernünftiges Bild zu bekommen. Als ich mich dann umdrehe, um nach meinem Auto zu schauen, bemerke ich erst, dass es fast in der Ferne verschwunden ist. |
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Douze nach Ksar Ghilane |
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Nachdem ich die 55 km der Chottüberquerung hinter mir habe, erreiche ich Kebili und fahre auch gleich weiter nach Jemna. In Jemna finde ich in einer engen Rechtskurve eine interessante Wasserstelle. Hier sprudelt aus zwei grossen Rohren einmal kaltes und einmal heißes Mineralwasser in einen Trog. Das nutze ich natürlich auch gleich, um meine Wasservorräte nochmal richtig aufzufüllen. |
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Nachdem ich noch meine Diesel- und Lebensmittelvorräte in Douz aufgefüllt habe, fahre ich weiter über Bir Ghézene weiter nach Bir Soltan. Dieser Brunnen liegt wenige Kilometer östlich von der Pipeline-Piste und ist auch groß ausgeschildert. Gleich hinter dem Brunnen sehe ich dann endlich meine erste echte Sahara-Düne, die ich trotz meinem Zeitdruck, nach Ksar Ghilane zu kommen, gleich mal kurz unter die Räder nehme. Gegen 17.00 Uhr erreiche ich dann die Oase Ksar Ghilane und schlage mein Lager auf dem Campingplatz gleich neben dem "Pool" auf und versuche, mich mit einem Kaiserschmarren in Weihnachtsstimmung zu bringen. |
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Ksar Ghilane |
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Ksar Ghilane ist die einzige Oase in Tunesien, die die Tausend-und-eine-Nacht-Romantik verkörpert. In Ksar Ghilane gibt es auch einen wunderschönen und warmen Pool. |
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Hier habe ich wegen technischer Probleme am Auto acht Tage verbracht, was auch sehr schön war. In der Zeit habe ich viele tolle Leute kennen gelernt. |
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Unten und links: Morgens der Blick vom Campingplatz in Richtung des dampfenden Pools. |
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Da Ksar Ghilane einer der bekanntesten Orte in Südtunesien ist, ist es hier nicht schwer, Gleichgesinnte kennen zu lernen, da die Meisten, die in dem Sahara-Gebiet Tunesiens unterwegs sind, diese Oase ansteuern. |
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Von Ksar Ghilane aus führt eine Piste in nördlicher Richtung zu einem kleinen Fort, das ca. 2 km entfernt ist. Von dem Fort führt eine angeblich nicht ganz einfache Piste weiter nach Douz. |
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Ich fahre jedoch nicht weiter nach Douz, sondern spiele in den Dünen im Umkreis von Ksar Ghilane. |
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Es ist auch durchaus lohnenswert, mal zu Fuß auf Erkundungstour zu gehen, da man nur so die kleinen Schönheiten der Wüste entdeckt. |
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Selbst in der Wüste schafft es die Natur noch, Leben zu sähen. |
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Chott el Jerid/Gharsa |
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Nach meinem doch unerwartet langen Aufenthalt in Ksar Ghilane fahre ich dann nach acht Tagen wieder in Richtung Norden. Über Douz und Kebili erreiche ich dann das Chott el Jerid, das schon Karl May in seinem Buch "Durch die Wüste" beschreibt. |
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Die absolute Weite und Leere ist doch sehr beeindruckend. Doch auf die Salzkruste des Chotts sollte man sich mit seinem Fahrzeug nicht wagen, da die Decke doch sehr dünn sein kann und man dann schnell einbricht, wie einige Fracks im Chott zeigen. |
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Im weiter nördlich gelegenen Chott el Gharsa finde ich dann hinter ein paar Dünen einen sehr schönen Nachtplatz. |
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Bergoase Chebika |
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Am nächsten Morgen erreiche ich dann Chebika, eine idyllische Bergoase. Nördlich von Chebika kann man in einer kleinen Schlucht bis zu einer kleinen Felsspalte gehen, aus der lauwarmes Wasser hervorsprudelt. |
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Diesem Umstand verdankt Chebika seine Pflanzenpracht. |
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Ruinen bei Kasserin |
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Am nächsten Tag fahre ich über Feriana weiter nach Kasserine, wo ich kurz vor dem Ort rechterhand eine kleine Ruinenstätte finde. |
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Eines der Eingangstore und das Theater sind wohl die am besten erhaltensten Bauwerke dieser Ruinenlandschaft. |
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Allein schon wegen der schönen Aussicht ist diese antike Stadt einen Abstecher wert. |
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Ruinen von Sbeitla |
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Als absoluten Höhepunkt an diesem Tag besuche ich die Ruinen von Sbeitla. Schon bei der Einfahrt nach Sbeitla fallen einem die Ruinen rechts der Straße auf. |
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Gleich nach dem Eingang kommt man an dem Badehaus und Sportshaus vorbei. |
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Hier kann man noch erkennen, dass die Römer damals schon eine Art Fußbodenheizung hatten. |
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Nach den Badehäusern und ein paar Kirchen kommt man dann auf den Hauptweg, der direkt zur Tempelanlage führt. |
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Nach diesem beeindruckenden Besuch geht die Fahrt weiter in Richtung Kairouan, wo ich kurz vorher einen Nachtplatz in einem Kiefernwald finde. |
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Tunis - Genova |
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Am letzten Tag fahre ich wieder bis nach Korbus, um dort auch zu übernachten. |
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Am nächsten Morgen geht es wieder auf die Fähre, wo ich dann auch wieder all die Anderen treffe. |
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Am 23.Januar 2000 erreiche ich wieder Genova und somit auch wieder Europa und ein wunderschöner Urlaub liegt hinter mir.
Aber ich komme wieder, keine Frage! |
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