Tunesien Reise 06/07
Aktualisiert (Samstag, den 13. März 2010 um 20:49 Uhr) Geschrieben von: Administrator Samstag, den 05. Dezember 2009 um 20:12 Uhr
Tunesien Reise 06/07
Anreise
Augsburg - Genova - Tunis - Kairuan - Sbeitla
Es ist morgens Früh um 6.00 Uhr und wir stecken mitten im Berufsverkehr von Tunis. Der Verkehr ist chaotisch wie immer und wir sind total übermüdet, denn wir haben eine anstrengende und stürmische Überfahrt auf der Habib hinter uns ...
Begonnen hat alles wie immer Freitag Abend nach der Arbeit. Schnell noch die letzten Sachen ins Auto geworfen und ab gen Süden. Dank der außergewöhnlich warmen Wetterlage stellte auch der San Bernadino Pass keine große Herausforderung dar. Auf einem kleinen Autobahnrastplatz noch in der Schweiz versuchten wir in den Sitzen ein paar Stunden zu schlafen, um neue Kraft für Samstag und die Einschiffung zu tanken (später sollte sich das noch als eine gute Idee herausstellen).
Nach drei bis vier ungemütlichen Stunden und total verspannt nahmen wir das letzte Stück nach Genua unter die Räder. Dank der frühen Morgenstunde hielt sich auf der verbleibenden Strecke der Verkehr in Grenzen und wir erreichten den Hafen von Genua gegen 8.30 Uhr. Da wir noch unsere Pflaster gegen Reisekrankheit brauchten, die in Italien Transcop heißen und dort um einiges billiger sind als in Deutschland, parkten wir unseren treuen Disco direkt vor dem Piratenschiff im Hafen und liefen hoch in die Stadt. Um die Zeit zu überbrücken, bis die Geschäfte aufmachen, suchten wir uns ein schönes kleines Cafe, wo es eine super leckere heiße Schokolade mit süßen Stückchen für uns gab. Frisch gestärkt starteten wir eine Stunde später erneut die Suche nach einer offenen Apotheke – diesmal erfolgreich.

Wieder beim Auto angekommen, sollte es endlich los gehen in das gewohnte Chaos im Hafen selbst. Doch oh Wunder alles verlief kontrolliert, und wir wurden gleich auf einen extra Warteparkplatz für die Habib geleitet, die an diesem Tag erst nach der Carthage abfahren sollte. Aber das Chaos sollte doch noch kommen. Während der Erledigung unserer Zollformalitäten lernten wir eine österreichische Reisegruppe kennen, die uns erzählten, dass unten an der Eingangstüre ein Hinweis hängt, auf dem steht, dass die Habib wegen schlechten Wetterbedingungen frühestens um 22.00 Uhr in den Hafen einläuft; laut Fahrplan sollten wir eigentlich um 18.00 Uhr losfahren. Also begann jetzt eine schier endlose Wartezeit, da es schließlich erst 11.00 Uhr morgens war. Und das kalte und stürmische Wetter machte das Ganze überhaupt nicht angenehmer. Wir wechselten zwischen Aufenthaltsraum im Hafengebäude und Auto hin und her. Nur gut, dass wir im Auto eine Standheizung haben, denn die Meisten um uns herum, hatten natürlich in ihrem Pkws nicht solch einen Luxus und mussten frieren. Die Habib traf dann natürlich erst um 23.00 Uhr ein, so dass wir erst morgens ca. um 1.30 Uhr ablegen konnten. Aber das bekamen wir gar nicht mehr mit, da wir uns sofort in unserer "Kabine" hinlegten und trotz aller Widrigkeiten sofort einschliefen. Die Kabine war auch so eine Sache, da rächte sich die viel zu späte Buchung. Wir bekamen die letzte Kabine angeboten, ohne Toilette und WC. Tatsächlich war es ein provisorischer Bretterverschlag weit unter dem Fahrzeugdeck. Hier hat die Reederei versucht, noch ein paar Leute mehr unter zu bringen. Erinnerungen an die 3. Klasse-Kabinen in dem Titanik-Film wurden wach.
Den nächsten Tag verbrachten wir mit viel Schlafen und Lesen und den schon langsam zur Routine gewordenen Einreiseformalitäten auf dem Schiff. Abends legten wir uns wieder sehr früh schlafen, da wir voraussichtlich morgens um 3.00 Uhr im Hafen von Tunis ankommen sollten und so an Schlafen dann nicht mehr zu denken war.
... Ein Tumult in den umliegenden Kabinen weckte uns - wir waren im Hafen. Doch das Ausschiffen sollte sich noch um fast 2 Stunden hinauszögern, da ein PKW-Fahrer verschlafen hatte und sein Auto in vorderster Reihe unter der Abfahrrampe für das obere Deck stand und somit alles blockiert war. Das bedeutete, dass wir erst um 5.30 Uhr das Hafengelände verließen. Wir wollten nur noch auf die Autobahn und ab in den Süden, allerdings machten wir noch eine kleine "Stadtrundfahrt" bis wir die richtige Ausfahrt fanden. Ab hier lief alles wieder einwandfrei. Wir kamen schnell voran und der Süden kam immer näher. Wir flogen an Kairuan vorbei und gelangten nach Sbeitla, wo uns die alten Ruinen zu einer kleinen Besichtigung einluden.

Wie wir aus unserem Auto ausgestiegen waren, bekamen wir auch schon Besuch von dem Souvenirhändler, der uns mitunter schöne Sachen anbot, wie z. B. einen Nachbau des Eingangstors der antiken Stadt aus Gips. Da konnten wir nicht anders und ließen uns auf die nette Verhandlung ein, bis wir einen für uns attraktiven Preis erzielten.

Danach zogen wir aber endgültig los in die Reste der ehemaligen Stadt. Der Reiseführer schreibt etwas von weit über 10.000 Menschen, die dort zur Blütezeit lebten. Man kann es sich einfach nicht vorstellen. Wie bewältigten die Menschen damals die immer noch aktuellen Probleme wie Müll- und Abwasserentsorgung? Außerdem mussten ja auch die Einwohner verpflegt werden, dazu gehört ja schon auch eine ganz schöne Logistik. Während dieser Diskussion kamen wir dem riesigen Haupttempel immer näher. Nach anfänglich kleinen "Seitenstraßen" gelangten wir auf die Hauptstraße, die direkt auf die Tempelanlage mit ihren drei Einzeltempeln zuführte. An vielen Stellen waren noch die Einkerbungen/Rillen, die durch die Wagenräder entstanden, in dem Straßenbelag zu erkennen. Der Tempel selbst war einfach monströs. Riesige Säulen tragen das Dach, das ringsum mit Reliefs verziert ist. Es ist kaum vorstellbar, dass die Gebäude über 2.000 Jahre durchgehalten haben - das war halt noch Baukunst.

Langsam wurde der Wind aber unangenehm kalt und außerdem trieb uns der Hunger zurück. Wir unterließen es, dem endlos wirkenden Säulenfeld weiter zu folgen und drehten um, machten aber auch noch einen Schlenker über das Theater. Das Theater wurde aufwändig renoviert und man kann wieder das mächtige Bauwerk in seiner traumhaften Lage bewundern. Es ist nämlich an die Flanke der angrenzenden Schlucht gebaut, so dass man einen wunderschönen Blick über die Bühne hinweg in die Schlucht hat.

Nachdem wir einen weiteren Souvenirhändler klar machen konnten (oder auch nicht??), dass wir unser Souvenir schon haben, fuhren wir weiter an Kasserine und Feriana vorbei in Richtung Süden. Bis wir abseits der Straße einen schönen Mittagsplatz mit einem kleinen Bächlein fanden. Nach einem leckeren Essen mit frischen Tomaten und Obst tauchten wir in die Gebirgslandschaft zwischen Feriana und Redeyef ein. Hier suchten wir uns auch einen schönen Nachtplatz unterhalb einer großen Felswand und oberhalb eines Bachbetts.

Gebirge südlich Redeyef
Redeyef – Rommel-Piste (abgebrochen) – Mides – Tamerza (Wasserfall) – Chebika (Schlucht) – Gebirgspass nach Redeyef
Als nächstes wollten wir uns die Gebirgslandschaft nördlich der Chotts nahe der algerischen Grenze näher anschauen. Zunächst hatten wir deshalb eine Piste ins Auge gefasst, an der laut Informationen die Höhle, in der Teile des "Englischen Patienten" gedreht worden sind, liegen sollte. Oft wird diese Piste auch Rommelpiste genannt.
Also starteten wir nach Redeyef, wo die Piste beginnen sollte. In Redeyef war aber erst einmal Einkaufen angesagt. Denn wir hatten bis dahin noch keine Gelegenheit gehabt, unseren großen Einkauf zu erledigen. Dabei entdeckten wir in der Nähe des Eingangstors einen Laden, der super leckere Sandwiches machte. Das Brot wurde in einer Friteuse ausgebacken – sah ein bisschen nach Krapfen aus. Gefüllt wurde das Ganze dann mit Thunfisch, Salat, Eiern und Oliven – ein absoluter Hochgenuss, auch wenn es uns bei den Eiern nicht ganz wohl war, aber alles verlief gut.

Den Einstieg der Piste zu finden war allerdings nicht so leicht, da unser erster GPS-Punkt weit außerhalb der Ortschaft lag und die Karte nicht genug hergab, um durch das Strässchengewirr zu finden. Aber nach einer ausgiebigen Ortsbesichtigung waren wir dann endlich auf der richtigen Piste. Allerdings wurde unser Vorwärtsdrang schnell durch ein großes rotes Schild gebremst. Unserer Übersetzung konnten wir entnehmen, dass die Weiterfahrt nur mit Führer und im Konvoi gestattet ist. Etwas enttäuscht drehten wir um. Doch schnell war ein Alternativplan gefunden. Wir wollten uns Mides anschauen. Also fuhren wir wieder zurück nach Redeyef und bogen auf die Straße in Richtung Tamerza ab. Die Strasse führte uns durch die beeindruckende Bergwelt nahe der algerischen Grenze. Dank der guten Straße waren wir sehr schnell am Abzweig nach Mides. Vorbei an einem wunderschön am Fuß eines Bergrückens gelegenen See erreichten wir die kleine Oase oberhalb der kleinen Schlucht.

Schnell war das Nötigste gepackt und wir stiegen in die Schlucht hinab. Unten floss dank der Regenfälle in den Wochen davor ein kleiner Bach, der diesen Ort noch märchenhafter machte. Weit über uns sahen wir die Wipfel der Palmen, wie sie sich im Wind wogen und darüber die Wolken, die langsam vor sich hin zogen.

Am Grund der Schlucht bewunderten wir die absolut glatten Wände, die sich bis nach oben zu den Palmen erstreckten. Wir hatten das große Glück, fast alleine mit dem Bächlein die Schlucht entlang wandern zu können. Zunächst gingen wir bachaufwärts, bis wir an eine kleine Cascade kamen, die neben einer kleinen Halbhöhle herab fiel. Die Schlucht ist dort oben nur noch ein bis zwei Meter breit, und wir hatten unsere liebe Mühe trockenen Fußes auch wieder zurück zu kommen.

Dann folgten wir der Schlucht bachabwärts, unterhalb des Forts bzw. der Altstadt vorbei. Hier ist die Schlucht zwischen fünf und zehn Meter breit, aber die Felswände führen auch hier senkrecht in die Höhe.

Wir waren absolut begeistert, wie ruhig es hier unten war, trotz dass oben ein ordentlicher Wind blies. An vielen Stellen konnten wir weit oben in den Felsen Vogelnester entdecken, die dort geschützt vor Wind und Wetter waren. Ab und zu mussten wir das in der Schlucht mäandrierende Bächlein queren, wo wir uns dann doch noch nasse Füße holten. Aber das war egal, denn das landschaftliche Erlebnis machte alles wieder gut. Doch es stand noch eine Schlucht auf dem Programm. Zwar nicht so imposant wie die bei Mides, doch auch diese hatte ihre Reize. So ging es für uns nach einer kleinen Stärkung wieder zurück auf die Hauptstraße nach Tozeur und weiter. Vorbei an Tamerza, wo wir auch den dortigen Wasserfall wegen Überfüllung links (na ja eigentlich rechts) liegen ließen und weiter nach Chebika. Hier befindet sich die kleine Schlucht, an deren Ende ein kleines lauwarmes Bächlein entspringt.

Leider hat sich seit dem letzten Besuch hier einiges getan. Die Verkaufsstände sind professioneller und die Verkäufer leider noch aufdringlicher geworden. So hatten wir die ganze Strecke lang Leute um uns, die uns ständig und sehr penetrant etwas andrehen wollten, meist schöne Kristalle und Fossilien. Eigenartigerweise hatten die Leute, die organisiert in der Gruppe unterwegs waren, eher ihre Ruhe – warum wohl? Aber die Schlucht war auch sehr schön. Sie hat mehr Oasencharakter. Überall stehen wunderschöne Palmen und ständig folgt man dem eingefassten Bächlein. Wir hatten das Glück, dass wir Abends dort waren und so schien die Sonne direkt in die Schlucht, was traumhafte Schattenspiele bewirkte.

Nachdem wir uns doch noch was andrehen ließen – eine schöne blaue Geode – fuhren wir weiter, denn wir wollten noch eine Piste suchen, die parallel zur am Morgen versuchten Rommelpiste verlief. Dazu folgten wir dem Gebirgszug direkt nach Osten auf kleinen Pisten.

Die Piste war leicht zu erkennen, da sie in einer Ortschaft abging und beschildert war. Denn die Piste war tatsächlich ein kleines größtenteils befestigtes Strässchen.

Anfangs durch eine kleine Schlucht später steil in Serpentinen bergauf brachte uns das Strässchen runde 600 Höhenmeter höher auf das Plateau des Gebirgszuges.

Etwas abseits fanden wir einen wunderschönen Platz direkt oberhalb einer kleinen Schlucht zum Übernachten.

Doch an Ruhe war erst mal nicht zu denken, denn überall waren schöne Steine und wundervoll vom Wind herauspräparierte Muschel-Fossilien zu finden, die wir uns natürlich alle anschauen wollten. Wir taten uns am nächsten Morgen schwer, die schönsten 5 bis 10 Stück herauszusuchen. Denn wir wollten ja unser Auto nicht am Anfang der Reise schon total überladen, da auf uns noch viele schöne Sandpassagen warteten. Am nächsten Morgen dauerte es etwas länger, bis wir aufbrechen konnten, da wir ja noch die Schlucht ein wenig erkunden wollten und auch das Sammelfieber lockte. Trotzdem schafften wir es noch rechtzeitig nach Redeyef in unsere Sandwichbude, um uns noch einmal mit diesen leckeren Teilen einzudecken. Zusätzlich kauften wir süße Kringel, die lecker aussahen und es auch waren (mit einem dezenten Vanille-Geschmack). Danach suchten wir uns einen Weg nördlich des Gebirgszuges nach Westen. Anfangs kamen wir auf großen Pisten (teils von den Erzförderfirmen gepflegt) schnell voran. Doch dann verließ uns unser Glück und alle möglichen Pisten endeten im Nichts oder führten in falsche Richtungen. Wir fanden auch schnell den Grund dafür heraus. Ein großes Flussbett musste gequert werden und dieses war leider (dank der Regenfälle) nicht trocken. In der Mitte floss ein munteres Bächlein. Links und rechts machte sich ein Lehmstreifen breit, der die Querung zu einer sehr interessanten und schlammigen Sache machte. Doch wir erreichten das andere Ufer, fanden wieder eine große Piste und konnten unsere Fahrt nach Westen fortsetzen.

Wider Erwarten war die Gegend nicht so stark besiedelt und somit führte uns diese Tour größtenteils einsam durch eine wildromantische Gegend mit vielen kleinen Flussläufen, die sich teilweise tief in den hart gebackenen Sand eingegraben hatten.
Brunnensuche südlich El Faouar
Redeyef – Metloui – Chott el Cherid – Douz – El Faouar -> Bir Znigra
Viel zu schnell erreichten wir die große Teerstraße nach Süden in Richtung Metloui. Dank der guten Straße kamen wir unserem nächsten großen Ziel, dem Gebiet südlich von El Faouar, schnell näher. Zuvor mussten wir allerdings noch das Chott el Cherid queren. Was früher ein echtes Wagnis gewesen sein muss, ist heute fahrtechnisch nichts Besonderes mehr. Allerdings sind die 90 km bolzengerade Straße fantastisch.

Ringsum spiegeln sich die Luftschichten über der Salzfläche und irgendwann so ca. in der Mitte taucht dann wieder der Bus auf, der abseits der Straße total verrostet im Salz steckt. Was ist hier wohl mal passiert? Ist der Fahrer von der Straße abgekommen oder war es einfach ein mutiger Versuch? Die Salzfläche lockt zum Befahren, doch ist es einfach zu gefährlich, außerdem wäre es schade um diese perfekte und strahlend weiße Oberfläche. In Gedanken versunken brachten wir die 90 km hinter uns. Diese Weite regt einfach zum Nachdenken an.
Auf der anderen Seite wurden wir jäh aufgeweckt. Der übliche Trubel auf und neben der Straße war wieder da und es war keine Zeit mehr seinen Träumereien nachzuhängen. Über Kebili und Jemna kamen wir auf guter Straße nach Douz, wo wir noch ein letztes Mal vor unserer bevorstehenden Dünenexkursion in Richtung algerische Grenze einkaufen und tanken wollten. Mit vollen Tanks konnte es dann losgehen.
Als die Sonne zu sinken begann erreichten wir unseren Abzweig auf eine kleine Piste, die nach Süd-Osten führte, was mehr und mehr zum Problem wurde, da wir oft direkt gegen die Sonne fuhren. Im letzten Tageslicht fanden wir einen schönen idyllischen Platz in den ersten größeren Dünenzügen. Die erste Nacht im Sand - es ist jedes Mal wieder ein ganz besonderes Gefühl, geborgen zwischen den Dünen zu stehen.

Es ist einfach schön, in seiner eigenen kleinen Senke zu stehen, die von der Gaslampe zaghaft erhellt ist und zu wissen (oder zumindest zu denken), dass man weit und breit alleine ist. So war der Schlaf dann auch entspannend und der nächste Tag konnte mit frischem Tatendrang beginnen. Unser ehrgeizig gestecktes Ziel war Bir Znigra an der algerischen Grenze. Zunächst einmal führte uns eine gut befahrbare Piste an ein paar Brunnen vorbei nach Süden. Der erste Brunnen, den wir erreichten, brachte leicht angewärmtes Wasser zur Oberfläche, welches wir gleich zum ausgiebigem Haare waschen nutzten.

Ein letztes Mal wurden noch die Wasservorräte aufgefüllt und im Anschluss ging es weiter auf der in dem Buch "Sahara" beschriebenen Piste. Der südlichste Brunnen auf dieser Strecke wurde zwischenzeitlich modernisiert und mit einer kleinen Elektropumpe ausgestattet, die über eine Solarpanel mit Strom versorgt wurde.

Ab hier nahmen die Spuren deutlich ab und keine 2 km weiter Richtung Bir Znigra waren keine klaren Spurenbündel mehr zu erkennen und wir suchten unsere eigenen Wege.

Dank der Regenfälle waren die Dünen wie betoniert. Wir konnten es anfangs gar nicht glauben und so fuhren wir wie gewohnt auf Nummer Sicher. Doch mit der Zeit wurden wir etwas mutiger, denn auf diesem hart gebackenem Sand waren selbst die unmöglichsten Dünenanstiege kein großes Problem mehr.

So kamen wir leicht voran. Die Dünenriegel waren hier unten zum Glück so ausgerichtet, dass wir uns an die entstandenen Gassis halten konnten, doch hin und wieder musste wieder ein Durchstieg gefunden werden. Natürlich immer bedacht darauf, dass wir später die Strecke auch wieder zurück fahren müssen. Aber die harten Dünen machten das ganze angenehmer. Und es ging alles gut.
Leider kamen wir nur langsam unserem gesteckten Ziel näher. Das hatte zum Einen den Grund, dass wir gemütlich unterwegs sein wollten und zum Anderen liefen wir trotz der sehr guten Bedingungen viel vorher ab, um wirklich sicher zu gehen, dass die jeweilige Passage auch für beide Richtungen geeignet war, denn wir wollten ja auf der Rückfahrt nicht wieder anfangen neue Wege zu suchen.

Am frühen Abend, wir hatten gerade wieder eine Riegelquerung hinter uns gebracht, erreichten wir ein wunderschönes Gassi, in dem wir für die Nacht bleiben wollten. Außerdem war hier ein Brunnen in der IGN eingezeichnet, den wir suchen wollten. Auf der Suche nach dem Brunnen erklommen wir den das Gassi eingrenzende Dünenzug und fanden ganz oben drauf ein kleine Plateau, welches ideal zum Übernachten geeignet war. Sofort lief ich los, um eine passable Strecke dort hoch auszuloten und brachte das Auto gleich mit. Der Platz war fantastisch. Wir standen oben auf dem höchsten Punkt des Dünenzugs in einer kleinen Senke und konnten ringsum weit in die Ferne sehen.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Lesen, Spazierengehen und Feuerholz sammeln, denn ein Feuer musste es am Abend schon sein.

Der nächste Morgen war etwas ganz Besonderes, denn es hatte sich Nebel gebildet. Während wir oben auf unserer Düne in der Sonne standen, war von dem Boden des Gassis nichts zu erkennen, denn dieser war dick mit Nebel überzogen. Wir fühlten uns wie auf einer einsamen Insel mitten im Meer.

Schnell wurde fürs Frühstück das Feuer wieder entfacht und darüber frisches Brot gebacken. Was nach einer Woche Weißbrot mal eine ganz besondere Leckerei war.
So ging der Morgen dahin und keiner von uns beiden machte Anstalten, das Auto einzuräumen. Es wurde 11.00 Uhr, wir saßen immer noch am Feuer. So beschlossen wir kurzerhand, den ganzen Tag dort zu verbringen. Glücklich mit der Entscheidung nahm ich mein Buch und setzte mich in die Sonne zum Lesen. Doch das gelang mir nicht richtig, denn mein Blick schweifte immer wieder in die Ferne. Lange saß ich so da, schaute mir die Landschaft an und träumte so vor mich hin. Bilder von meinen Libyen- und Algerien-Reisen kamen mir wieder in den Kopf. Dann dachte ich an diesen unendlichen Frieden hier und den Stress zu Hause.

Warum schafft man es daheim nicht, solchermaßen zur Ruhe zu kommen. Da muss man erst tagelang und mehrere tausend Kilometer fahren, um in Ruhe über sein Leben nachdenken zu können - schon eigenartig. Diese Gedanken drückten etwas auf die Stimmung und ich wollte was machen um mich abzulenken. Also packten wir etwas zu Essen und zu Trinken in unseren Rucksack und zogen los, um den gestrigen Brunnen noch einmal zu suchen.
Doch er war nicht zu finden. Wir entdeckten aber viele alte Spuren. In dem alten Seenboden waren an vielen Stellen noch alte Reifenspuren zu sehen. Auch fanden wir immer wieder im Sand alte, verschiedensartige Tonscherben. Viele waren wunderschön getöpfert und manche waren aus ganz groben Ton. Hin und wieder fanden wir auch kleine fossile Muschelscherben. So verging der Nachmittag wie im Flug. Mit etwas Feuerholz erreichten wir wieder unseren Dünengipfel und ließen den Tag am Feuer ausklingen.

Am nächsten Morgen war unser Tatendrang wieder da. Wir wollten noch etwas weiter in den Süden Richtung Bir Znigra fahren. An einer schön angelegten Begräbnisstätte vorbei fuhren wir auf den nächsten Dünenriegel zu.
Leider mussten wir einsehen, dass es langsam aber sicher nicht mehr zu schaffen ist ein und den selben Weg für hin und zurück zu nutzen, so gaben wir unser bestes, um diesem Ziel wenigstens nahe zu kommen. So querten wir noch weitere drei Dünenriegel, bis wir an eine sehr große Sebka kamen. Das GPS zeigt jedoch geradewegs auf die gegenüberliegende Dünenseite noch weitere 10 km bis Bir Znigra. Da dieser Dünenzug sehr hoch aussah und wir alleine nicht noch weiter fahren wollten, drehten wir schweren Herzens um. Jetzt hatten wir immer die Leehänge gegen uns und wir hatten zu kämpfen, um immer geeignete Durchstiege zu finden. Wo es der Platz zuließ, kurvten wir in großen Bögen von Gassi zu Gassi. Als wir unseren Nachtplatz wieder erreicht hatten, ging es dann einfacher. Ab hier waren die Dünen nicht mehr so hoch und wir konnten in unserer eigenen Spur zurück fahren.
Als wir das Ende der "Göttlerpiste" erreichten, stellten wir fest, dass das gesamte Gelände total zerfurcht war, was darauf schließen ließ, dass während wir uns an endloser Ruhe erfreuten hier scheinbar die Hölle los war. Ohne großen Aufenthalt fuhren wir weiter, um noch bei Tageslicht zu dem Brunnen mit lauwarmem Wasser zu kommen, es war mal wieder Zeit für eine kleine Wascheinlage. Außerdem wollten wir am nächsten Tag nach Douz zum Einkaufen und danach weiter in Richtung Djebel Tembain, unserem nächsten Ziel.
Tembain
El Faouar – Douz – Hassi Brahim – Jebel Nationalpark – Tembain
Nach einer weiteren wunderschönen Nacht in den Dünen erreichten wir in Ruhe die Teerstraße und fuhren weiter nach Douz, um dort Mittag zu essen (lecker Couscous) und um unsere Vorräte wieder aufzufüllen.
So gegen zwei kamen wir dann in Douz los und suchten den Einstieg für die West-Südumfahrung nach Ksar Ghilane - was wegen der Größe der Piste kein größeres Problem war. Leider wird die Piste von Jahr zu Jahr schlechter. Große Schlaglöcher und grobes Wellblech macht die Fahrerei zur Qual. Doch langsam aber sicher erreichten wir Hassi Brahim und bogen hier nach Osten ab, um das große Dünenfeld zu umfahren. Ab hier wurde die Piste dann wenigstens ein wenig besser, allerdings auch aus dem Grund, weil sich neben der alten Piste ein neue Piste ausgefahren hat, die es wohl erst seit kurzem gibt. Zum Abend hin frischte der Wind immer mehr auf. Gegen 16 Uhr erreichten wir dann den Djebel Nationalpark. Hier musste erst einmal eine Entscheidung her. Wir wollten ja eigentlich weiter zum Djebel Tembain, doch mittlerweile ist der alte Weg nicht mehr befahrbar, da er mitten durch den Nationalpark führt. So stand nun die Entscheidung an, ob wir den Park im Westen oder im Osten umfahren sollten. Wir entschieden uns für die Ostumfahrung, da uns diese kürzer erschien. Wir folgten also der Hauptpiste dem Zaun entlang nach Südosten, bis die Piste nach Ksar Ghilane direkt nach Osten abbog. Von hier aus waren wir auf uns selbst gestellt. Anfängliche Spurenbündel fächerten sich schnell auf, bis wir spurenlos mitten in den Dünen standen. Beim Gekurve durch die Dünen verging die Zeit rasend schnell und die extrem tiefstehende Sonne erinnerte uns daran, uns schnell auf Nachtplatzsuche zu begeben. Es war Silvesterabend und wir wollten deshalb einen besonders schönen Platz. Und windgeschützt sollte er natürlich auch sein, da es immer noch ziemlich stark blies. In einem Dünengebiet muss man ja Gott sei Dank nicht viel suchen, doch plagte uns so die Qual der Wahl. Wir befanden uns in einem Gebiet, wo auf einem dunklen und festen „Urboden“ schöne Dünen standen und sich so idyllische Plätzchen bildeten. Doch der eine Platz war zu klein, dann war eine Düne etwas zu hoch oder der Wind blies von der falschen Seite. Schließlich hatte sich der Aufwand allerdings gelohnt, es ging fast nicht besser. Eine kleine Düne als Windschutz. Das Auto stand so, dass uns in der Früh die Sonne im Dachzelt wecken konnte. Und rings ums Auto war fester Boden. Ein kleines Feuer zum Aufwärmen im Windschatten der Düne perfektionierte den Abend und den Platz.

Am nächsten Morgen war vom Wind nichts mehr zu spüren, und die Sonnenstrahlen weckten die Hoffnungen nach einem fantastischen Wüstentag bzw. Dünentag. Die Beschreibungen und die Karten der heutigen Etappe versprachen sehr viel Sand. So ging es dann auch gleich los, denn wir standen ja immer noch in dem kleinen verwinkelten Dünengebiet, in das wir uns am Vortag manövriert hatten. Das GPS zeigt noch 10 km bis zu einem Punkt, von dem wir annahmen, dass es von dort wieder besser voran gehen sollte. Also kurvten wir los. Anfangs noch zwischen durch, dann aber über einen Kamm nach dem anderen. Plötzlich wurden die Dünen niedriger und wir standen vor einem Abbruch.

Die Aussicht von hier oben war fantastisch. Selbst den Tembain - unser heutiges Ziel war von hier aus zu erkennen, da der Tafelberg hinter den Dünenzügen hervorspitzte.

Doch jetzt stand ein kleines Problem vor uns. Wir mussten einen Weg den Abbruch hinunter finden. Glücklicherweise hat der Sand eine schöne Sandrampe gebildet, auf der wir zwischen kleine Sicheldünen hindurch nach unten fahren konnten. Nach ein paar weiteren delikaten Dünenpassagen kreuzten wir plötzlich eine stark ausgefahrene Spur, die in West-Ost-Richtung verlief. Dankbar darüber, dass die Fahrt nun wieder etwas einfacher wurde, kurvten wir weiter die wunderschöne Landschaft bewundernd gen Westen.
Zeitweise fühlte ich mich rund 1.500 km weiter südlich zu den großen Plateauabbrüchen versetzt. So eine tolle Landschaft hätte ich nicht "direkt" neben der "Ksar-Ghilane-Autobahn" erwartet. Immer wieder hielten wir an und erklommen die Abbruchkante. Und auch hier fanden wir Schichten, die massenhaft Kleinfossilien enthielten.
Viel zu schnell erreichten wir die große stark ausgefahrene Piste nach Süden zum Tembain. Gerne wären wir dieser bezaubernden Abbruchkante noch weiter gefolgt. Dank der guten Piste war der Weg nach Süden klar und auch fahrerisch kein Problem. Sie schlängelte sich anfangs über kleine Dünen, später über immer höher werdende Dünenzüge hindurch bzw. darüber hinweg. Mit jeder Düne, die wir hinter uns brachten, wurde der Tafelberg größer. Als wir dann den letzten großen Dünenzug überquert hatten, sahen wir erst den Tembain in seiner vollen Größe. Dieser riesige Tafelberg steht in einem noch viel größeren Trichter. Rings um den Trichter türmen sich die Sandmassen zu gewaltigen Wällen auf, als ob sie den Berg und seine Tiefebene schützen wollten. Das war auch der Grund, warum wir ihn von der Ferne aus nie als so hoch empfunden hatten, wir hatten immer nur seine obere Hälfte gesehen. Eine Piste brachte uns näher heran. Als wir den Fuß schon fast erreicht hatten erkannte wir erst, dass es sich tatsächlich um zwei Tafelberge handelte, die hintereinander standen. Beide Berge waren mit einem kleinen Sattel miteinander verbunden. Auf diesem Sattel endete die Piste und von dort starteten wir unsere Besteigung des ersten Plateaus.

Wie immer bei solchen Aktionen fand auch diese zur wärmsten Tageszeit statt – kurz nach Mittag. Die Sandrampe war schnell bewältigt, doch wurden die Hange noch oben hin immer steiler. Überall zwischen den Felsen hüpften und flogen kleine Vögel umher, die uns wahrscheinlich auslachten, als sie uns keuchend oben ankommen sahen. Aber es hatte sich gelohnt. Der Ausblick war atemberaubend. Dank dem absolut klaren Wetter konnten wir weit bis zum Horizont sehen. In der Ferne erkannten wir unseren Plateauabbruch, dem wir vor Stunden so begeistert gefolgt waren. Und in alle anderen Richtungen war nur ein endloses Dünenmeer zu erkennen. Eine kleine Gruppe von drei Fahrzeugen mühte sich durch die Dünen nach Süden.

Angesichts dieser Endlosigkeit kamen sie uns wie Spielzeugautos in einem Sandkasten vor. Nördlich des Berges an einem kleineren Tafelberg in der gleichen Ebene rastete in dessen Schatten eine kleine Kamelkaravane.
Die Sonne hatte den Zenit schon lange überschritten, als wir auf die Uhr schauten, die uns zum Aufbruch ermahnte, denn wir wollten die Nacht am Fuß des Abbruchs vom Morgen verbringen. So verließen wir unseren Aussichtspunkt und rutschten die Sandrampe wieder hinunter zu unserem treuen Disco, der unten wartete. Dank der zwei großen Geländewagenkonvois, die uns entgegenkamen, war die Rückfahrt nicht mehr ganz so einfach, denn manche Dünenanstiege (dieses Mal größtenteils die Lee-Anstiege) waren grauenvoll zerpflügt, so dass wir uns neue Spuren suchen mussten. Doch auch hier war der Sand prima zu fahren und so war auch das gleich geschafft. Wir erreichten noch vor Sonnenuntergang unseren Nachtplatz.

Ich schaffte es dann gerade noch zum Sonnenuntergang hoch auf die Felskante zu kommen, um dieses bezaubernde Schauspiel zu bestaunen. Irgendwie sind die Sonnenuntergänge in der Sahara immer etwas ganz Besonderes. Ähnlich wie am Meer, jedoch auch ganz anders. Und so ging wieder ein wunderschöner Tag dem Ende entgegen.
Ksar Ghilane
Tembain - Ksar Ghilane – Douz
Der nächste Tag sollte uns weiter nach Ksar Ghilane bringen. Deshalb standen wir etwas früher auf, um auch zeitig auf die Piste zu kommen und noch ein schönes Plätzchen auf dem Campingplatz zu bekommen. Dieses Mal entschieden wir uns für die westliche Umrundung des Nationalparks. Dies kostete uns fast die meiste Zeit, da es streckenmäßig um einiges weiter und die Piste oft in einem katastrophalem Zustand war. Als wir dann endlich die Hauptpiste erreicht hatten, trafen wir zwei italienische Landys, deren Besitzer hilflos mit einem Stück Papier rum hantierten. Nach kurzem Gespräch stellte sich heraus, dass ihnen nicht klar war, welche auf ihrem Zettel aufgemalte Piste der in der Natur entspricht. Scheinbar haben die zwei von jemandem den Weg nach Ksar Ghilane auf eben diesem Zettel skizziert bekommen. Wir boten ihnen an, mit uns zu fahren und so ging die Fahrt mit drei Fahrzeugen weiter. Allerdings nur bis zu dem Zeitpunkt, als wir Mittag machen wollten und es ihnen noch zu früh dafür war. Also fuhren sie alleine weiter. Wir machten eine halbe Stunde Pause, bevor es auch für uns wieder weiter ging. Fachmännisch schaffte ich es bei der einzigen richtigen Dünenüberquerung das Auto bei einer Umkehraktion seeeeeehr viel tiefer zu legen. Wenigstens kamen die Sandbleche noch einmal zum Einsatz. Danach kamen wir reibungslos nach Ksar Ghilane. Allerdings war dort die Hölle los. Eine große französische Reisegruppe mit teuren Edelgeländewagen und eine italienische Reisegruppe hatten nämlich die gleiche Idee. Aber wir bekamen noch ein schönes geschütztes Plätzchen auf dem Campingplatz neben dem Pool und konnten endlich mal wieder baden gehen.

Leider bemerkten wir erst zwei Tage später bei unserer Abreise, dass der Pächter seit dem letzten Mal gewechselt hatte – und somit auch die Preise. Wir zahlten für die zwei Übernachtungen über 30 Dinar. Das Vielfache des alten Preises! Aber das Zahlen lag noch fern und wir genossen den Entspannungstag mit Poolen , spazieren gehen, Tee trinken ... und einem Tunesier mit unsrem Kompressor die Luft in den Reifen seines Toyos aufpumpen helfen. Und manchmal auch nur mit Wundern ... Es ist doch immer wieder ein Rätsel, warum ein Motorrad eine halbe Stunde warm laufen muss. Auch die Reisegruppen-Fahrer ließen ihre Fahrzeuge morgens einfach mal an und warteten, bis es endlich mal los ging, auch wenn das noch Stunden dauerte. Zusätzlich meinte ein Tourveranstalter mit seinem großen Truck am Abend bis weit in die Nacht noch eine Wüstenparty feiern zu müssen. Der Lärmpegel war also entsprechend, viel Rummel einfach in der kleinen Oase. Da möchte man gar nicht wissen, wie das erst wird, wenn die Teerstrasse fertig gestellt ist. Dann kommen auch noch die Stromaggregate der Wohnmobilfahrer hinzu bzw. man bekommt - wie oftmals in Douz - wegen diesen weißen Ungetümen gar keinen Platz mehr. Aber trotz alledem war die Zeit in Ksar Ghilane wieder schön.

Leider war damit auch der Zeitpunkt gekommen, an dem wir uns wieder auf die Heimfahrt machen mussten. So war unser nächstes Ziel der Camping Desert Club in Douz. Nach dem kleinen Dünengebiet entschieden wir uns für eine andere Variante, um das große Dünengebiet der Direktissima zu umfahren. Wir wollten zum Abschluss noch etwas Sand haben, kürzten deshalb die Umfahrung etwas ab und steuerten das Cafe Hassi Brahim direkt an. Nach wunderschönen Dünenquerungen erreichten wir ohne großes Gerüttel das Cafe. Der Rest bis nach Douz ließ sich auch sehr gut fahren und so kamen wir weit vor Sonnenuntergang auf dem Campingplatz an. Im nahe gelegenen Restaurant beendeten wir den Tag bei einer leckeren Schale Couscous.

Heimfahrt
Der nächste Tag stand ganz im Zeichen der Heimfahrt. Allerdings wollten wir uns dieses Mal einen Tag extra Zeit nehmen, damit die Fahrt nicht so stressig wird. So querten wir zunächst das Chott el Cherid auf der Hauptstraße und fuhren weiter in das Gebirge nördlich des Chott el Ghrasa, wo wir vor über einer Woche schon einmal waren und es uns so gut gefallen hat. Der Weg führte uns auch an der südlichen Mündung der Seldja-Schlucht vorbei. Hätte uns ein Wegweiser nicht den Weg gewiesen, hätten wir den Felseinschnitt nicht erkannt. Erst das große Bachbett, das direkt vor den Felsen beginnt, hätte uns wohl aufmerksam gemacht.
Für die Nacht fanden wir wieder einen wunderschönen Platz in den Felsen und konnten in aller Ruhe den Sonnenuntergang hinter der Gebirgskulisse beobachten. Der letzte Sonnenuntergang auf afrikanischen Boden, den wir in Ruhe genießen konnten.

Der nächste Tag brachte uns wieder nach Redeyef, um noch einmal leckere Sandwiches für das Mittagsessen zu kaufen. Dann starteten wir geradewegs nach Norden. Zwei Tage und eine angenehme Rückfahrt mit der Carthage später hatte uns Deutschland und der Alltag wieder.
